Bischof Huber: Friedensdemonstrationen sind nicht anti-amerikanisch

Berlin (epd). Kurz vor Beginn der Großkundgebungen gegen einen Krieg im Irak hat der Berliner evangelische Bischof Wolfgang Huber den pauschalen Vorwurf des Anti-Amerikanismus zurückgewiesen. Er habe «nirgendwo schärfere Kritik an bestimmten Handlungsweisen der Bush-Regierung erlebt als in Amerika selbst», sagte Huber am Samstag im DeutschlandRadio Berlin.

Die möglicherweise USA-feindliche Haltung einzelner Demonstranten dürfe nicht der gesamten Kundgebung unterstellt werden. Huber wollte sich gemeinsam mit Vertretern anderer Religionen der Großdemonstration in Berlin nach dem Friedensgebet am Samstagmittag anschließen.

Zugleich signalisierte der Berliner Bischof der Bundesregierung seine ausdrückliche Unterstützung in der Irak-Politik. Auch wenn die Beziehungen zu den USA nun belastet seien, habe es für eine klare Ablehnung des Kriegs keinen anderen Weg gegeben. Zwar sei Saddam Hussein der «Kern des Konflikts», was Drohungen und Fristsetzungen gegen ihn nachvollziehbar mache. Ein Präventivkrieg zur Entwaffnung des Iraks ist aber nach Hubers Worten nicht gerechtfertigt.

Militärische Mittel seien nur als direkte Gegengewalt legitim. Nach der Debatte im UN-Sicherheitsrat am Freitag sei seine größte Sorge, ob das irakische Regime auf die ihm gestellten Bedingungen eingehe, sagte der Bischof.



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