Was trägt - die Kinder von Tschernobyl
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Sie kommen aus Gluschkowitsch an der ukrainischen Grenze, aus dem Kindergarten Nr. 407 aus Minsk, aus dem Kreis Leltschizy oder aus Weissrussland. Ihre Heimatorte sind radioaktiv verseucht. Keiner der Orte ist weiter entfernt als 80 Kilometer von dem Ort, der ihnen den Namen gegeben hat: Tschernobyl.
Jedes Jahr im Sommer können sich 70 Kinder aus Tschernobyl an der Ostseeküste erholen und verseuchten Lebensmitteln und bitterer Armut eine Weile entfliehen. Ihren Krankheiten können die Kinder nicht entfliehen – ´Tschernobylaids´ wird ihr schwaches Immunsystem genannt. Viele sind mit Missbildungen geboren, die Aufzählungen ihrer Krankheiten und Behinderungen ist lang und erschreckend. Zwanzig Jahre nach der Katastrophe im Atomkraftwerk treten Krankheiten immer noch vermehrt auf und Todesraten steigen an.
Immer wenn die Kinder in Rerik sind, feiern sie Gottesdienst in der St. Johannis-Kirche. Zusammen mit ihren Betreuern, den freiwilligen und ehrenamtlichen Helfern vom Verein ‚Ferien für die Kinder von Tschernobyl’ und der Gemeinde in Rerik. Auf ihre Art sagen sie damit Danke für die Hilfe aus Deutschland. Eine kleine Gruppe von ihnen kommt in diesem Jahr früher. Sie bringen Zeichnungen, Gebete und Lieder mit, die sie zusammen mit dem Kinder- und Jugendchor der Gemeinde singen. Sie erzählen im Gottesdienst aus ihrer Heimat und von sich, sie erinnern an den zwanzigsten Jahrestag der Atomkatastrophe. Dabei machen sie Mut, denn diese Kontakte schenken ihnen Lebensfreude.
Gottesdienst im Fernsehen feiern heißt vom Glauben erzählen. Der Gottesdienst in der St. Johanniskirche in Rerik will ein Ruf in das Leben sein. Gegen die Folgen der Atomkatastrophe zeigt er Engagement und Verantwortungsbewusstsein aus einem Glauben, der Zukunft gestalten kann.
Die Predigt wird Pastorin Karen Siegert halten.
Weitere Informationen:
www.kirchenkreis-wismar.de/Rerik.48.0.html
www.fernsehgottesdienst.de/52_3461.htm
ZDF, 30.April, 9:30 Uhr
