Private - Getrennte Welten unter einem Dach

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Mohammed weigert sich, das Haus zu verlassen. Die Soldaten belegen daraufhin die obere Etage, während sich Mohammed, seine Frau und die fünf Kinder nur noch im Erdgeschoss aufhalten dürfen. Nachts werden sie in ihrem eigenen Wohnzimmer eingesperrt. Widerwillig fügt sich die Familie dem militärischen Regime. Einer der Söhne will das Haus verlassen, ein anderer bastelt an einer Tretmine.

Eine Tochter versteckt sich in einem Schrank im Treppenhaus und beobachtet die feindlichen Soldaten. Indem sie ihre Gespräche belauscht, erfährt sie von ihrer Unzufriedenheit und ihren Ängsten. Mit einem der Soldaten nimmt sie für einen Moment Blickkontakt auf, ohne dass dieser sie verrät. Mohammed selbst widersteht der demütigenden Situation, lässt sich weder vertreiben noch zu Gewalt hinreißen. Während die ersten Soldaten abziehen, kommen in der folgenden Nacht bereits die nächsten.

Dem jungen italienischen Dokumentarfilmer Savario Costanzo ist mit seinem ersten Spielfilm ein überzeugendes Gleichnis zum israelisch-palästinensischen Konflikt gelungen. Das Haus wird zum Ort eines Dramas, in dem die lebensnotwendige Unterscheidung von Politischem und Privatem nicht mehr gilt. Der bedrückende Alltag unter der Besatzung wird durch eine Kameraführung verstärkt, die in engen Fluren und halbdunklen Zimmern ein Gefühl ständiger Einsperrung und explosiver Spannung erzeugt. Die individuellen Reaktionen auf die Besetzung spiegeln typische Positionen in der schwierigen politischen Auseinandersetzung zwischen Israelis und Palästinensern. Jenseits einseitiger Schuldzuweisungen verwirft der Film Vertreibung und Gewalt und plädiert für das Recht beider Völker, ohne Angst in ihren Häusern leben zu können.

Saverio Costanzo, geb. 1975, studierte Medienwissenschaft in Rom. Nach einem ersten Kurzfilm arbeitete er im Dokumentarfilmbereich. PRIVATE ist sein erster Spielfilm. "Die Schwierigkeit bei PRIVATE war einerseits der Umstand, dass es sich um einen politischen Film handelt - obwohl er meiner Meinung nach nicht wertend ist -, andererseits mussten die Beteiligten für eine erfolgreiche Zusammenarbeit bereit sein, die eigene politische Meinung hinten anzustellen. (...) Die Araber waren der Ansicht, die Filmsoldaten seien zu nett und daher zu unrealistisch, während die israelischen Schauspieler meinten, sie hätten keine Lust, die gebrandmarkten Unterdrücker zu mimen", so Saverio Costanzo.

Der Film "Private" wurde von der Jury der Evangelischen Filmarbeit zum Film des Monats Mai gekürt.

Mehr Informationen zu den Filmen des Monats gibt es unter
http://www.gep.de/filmdesmonats/

Kinostart: 18.Mai 2006



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