Film "Sophie Scholl" blieb ohne Oscar, ist aber wieder im Kino zu sehen
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Auch wenn der deutschen Nominierung "Sophie Scholl - Die letzten Tage" der Oscar am Ende verwehrt blieb, läuft der Film in diesen Tagen wieder in den Kinos. Nach „Der Untergang“ und „Der Neunte Tag“ setzt er die aktuelle Beschäftigung des deutschen Films mit der Zeit des Dritten Reichs fort, die im Fernsehen mit „Stauffenberg“ ihren Höhepunkt hatte. Aber von allen diesen Projekten hat "Sophie Scholl – Die letzten Tage“ eine besonders schwierige Aufgabe.
Denn Hans und Sophie Scholl und „Die Weiße Rose“ sind im öffentlichen Bewusstsein schon fast zum Klischee geworden: Idealistische Jugendliche, die als Einzelne gegen einen übermächtigen Unrechtsstaat tapfer aufstanden und für ihre Überzeugung hingerichtet wurden. Nach ihnen werden Schulen und öffentliche Plätze benannt. Aber hinter der Ehrung verschwinden leicht die tatsächlichen Menschen, und ihre Leistung wird zu einer Ausrede für die deutsche Nachkriegsgesellschaft: Es gab sie eben doch, die guten Deutschen, die gegen die Nationalsozialisten waren.
„Sophie Scholl – Die letzten Tage“ von Marc Rothemund (Regie) und Fred Breinersdorfer (Buch) will die Menschen hinter dem Etikett des „Gutmenschen“ zeigen und ihre Leistung wieder sichtbar machen. Und es gelingt dem Film hervorragend. Vor allem auch, weil er sich in seiner Perspektive konzentriert. Er beginnt kurz vor der Verhaftung der Scholl-Geschwister, nachdem sie Flugblätter mit dem Aufruf zum Widerstand an der Münchner Universität verteilt hatten. Er folgt den Verhören, der Farce, die sich Prozess nennt, den letzten kurzen Gesprächen bis zur Hinrichtung. All das geht rasant und gnadenlos, weil der Staat ohne Werte eine klare, argumentierende, moralische Gegenposition nicht erträgt und sie so schnell wie möglich eliminieren muss. Sophie Scholl hat nur in einem Moment eine Chance, sich zu retten, wenn sie die ganze Verantwortung auf ihren Bruder Hans abschiebt. Und sie schlägt diese Chance aus.
Der Film zeigt Sophie Scholls Entwicklung: Von der anfänglichen Leugnung einer Verbindung zu den Flugblättern bis zum stolzen Geständnis und der aufrechten Haltung vor Roland Freisler, dem „furchtbaren Juristen“, der sie, Hans Scholl und den Mitverschworenen Christoph Probst verhört und zum Tode verurteilt. An Sophies Entwicklung macht der Film eindrucksvoll deutlich, was es heißt, jung zu sein, das Leben zu genießen, Träume zu haben – und alles aufzugeben, wenn man davon überzeugt ist, seiner moralischen Verpflichtung folgen zu müssen. Der Film zeigt, was es bedeutet, seinem Gewissen zu folgen und die Konsequenzen zu tragen. Und das macht die Mitglieder der „Weißen Rose“ bis heute für uns aktuell. Gerade für Christen. Denn diese Menschen waren von ihrem Glauben an einen Gott, der die Menschen liebt und das Unrecht verurteilt, getragen. Sie riskierten und opferten alles, weil sie davon überzeugt waren, dass es eine Gerechtigkeit gibt, die über jede Staatsraison hinausgeht. Wie Sophie Scholl es im Film Roland Freisler entgegenhält: „Ihr Herrenvolk will in Wirklichkeit Frieden und das wieder die Menschenwürde Achtung findet, es will Gott, Gewissen, Mitgefühl“, und für Christen sind es genau diese Prinzipien, diese Werte, die eine Gemeinschaft leiten müssen. Was es bedeuten kann, sich für diese Werte einzusetzen, macht der Film auf erschütternde Weise deutlich. Aber gleichzeitig macht der Film Mut, ja er ist eigentlich optimistisch. Denn er zeigt, dass sich Engagement lohnt, dass es ganz einfach richtig ist, aufzustehen, wenn Grundwerte der Menschlichkeit und des Glaubens verletzt werden. Diese Worte klingen nach einer trockenen und allgemeinen Aussage, aber „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ macht sie anschaulich, lebendig und packend. Das ist sein großer Verdienst.
Spielorte in der Woche 16.03. - 22.03.2006, mit insgesamt 58 Kopien
Alfeld
Augsburg
Bad Essen
Bad Pyrmont
Berlin
Bielefeld
Bochum
Brake
Braunschweig
Bremen
Bremervörde
Bückeburg
Damme
Diepholz
Dortmund
Düsseldorf
Einbeck
Emden
Espelkamp
Gütersloh
Hamburg
Hannover
Haselünne
Helmstedt
Herzberg
Hildesheim
Jena
Juist
Kaiserslautern
Lingen
Lüchow
Ludwigshafen
Lüneburg
Meppen
Miltenberg
München
Münster
Nienburg
Northeim
Oldenburg
Osnabrück
Papenburg
Peine
Rinteln
Rostock
Schwanenwede
Siegen
Stade
Stadthagen
Uelzen
Ulm
Varel
Weimar
Wittingen
Wolfenbüttel
Zittau
Spielorte in der Woche 23.03. - 29.03.2006, mit insgesamt 38 Kopien.
Alfeld
Bad Pyrmont
Bielefeld
Bochum
Bremervörde
Bückeburg
Damme
Diepholz
Düsseldorf
Einbeck
Emden
Essen
Gifhorn
Hannover
Haselünne
Helmstedt
Herzberg
Hildesheim
Kaiserslautern
Lingen
Lüchow
Lüneburg
Meppen
Nienburg
Northeim
Oldenburg
Osnabrück
Papenburg
Rinteln
Stade
Stadthagen
Uelzen
Varel
Vechta
Wildeshausen
Wolfenbüttel
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